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6 Monate Porto

Erkältung

Baam! Und schon sind 2 Wochen um.
In den letzten Tagen war es besonders schön in Porto - die Sonne hat durchweg geschienen, wir waren oft draußen (Sonnenuntergang anschauen, surfen, den Ausblick auf das Meer genießen, in den Gassen bummeln, mit dem Fahrrad an der Küste entlang fahren), aber leider befürchte ich, dass es ein bisschen zu viel war.
Mit 6 Sportkursen, einem Portugiesischkurs, einem Haus, in dem 23 Menschen zusammenleben und sich über die Zeit echt eng anfreunden und den ganzen Partys, Jazzabenden, Cafés, Art Gallerys, Fasching, Events, der Stadt an sich - man kommt einfach nicht zur Ruhe.
Es gibt noch so viele Dinge, die ich sehen möchte:
- in meinem Lieblingscafé Casa da Horta gibt es immer donnerstags einen Tandem Sprachkurs, in dem ich mein Portugiesisch aufbessern möchte
- ich möchte unbedingt mehr in kleine versteckte Cafés, Bars und zu kleinen Konzerten gehen
- ich möchte eigentlich so oft es geht an den Strand und ins Meer
- ich möchte mit meinem Fahrrad durch die Stadt düsen
- ich möchte mehr zum Acro Yoga gehen
- ich habe Lust die ganzen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen
- ich möchte in einem Techno - Schuppen bis morgens um 12 Uhr tanzen gehen, und zwar nicht deshalb weil das alle harten Partygänger so machen, sondern weil mir das früher mal so viel Spaß gemacht hat
- ich möchte mit nem Boot auf dem Fluss entlang fahren und Wein auf der anderen Seite verkosten
- ich möchte noch mehr junge, inspiriende Menschen kennenlernen und mich über das Leben unterhalten
Aber: zunächst möchte ich erstmal wieder gesund werden, damit ich in meiner Uni wieder alle Kurse besuchen kann, um dann die schönen Dinge des Lebens zu genießen.

Ach Mensch!
Ich bleibe dann erstmal im Bett liegen.

Bis bald
Dorit

Meer

Es ist unglaublich, dass erst/schon eine Woche vergangen ist. Ich habe das Gefühl, schon ewig hier zu sein. In der letzten Woche ist einfach so unglaublich viel passiert - ich hab so viel dazugelernt, war schon an so vielen verschiedenen Orten, habe neue Leute und verschiedene Teile der Stadt kennengelernt. Ja, es fühlt sich defintitv länger an ....

Gestern, zum Valentinstag, bin ich das erste Mal ins Meer gesprungen. Ich hatte noch bis 5 Uhr in der Uni zu tun und war von der ganzen Woche irgendwie gestresst und von dem Erasmus Uni Kram genervt. Das kalte Wasser hat da richtig gut getan und der Sonne beim Untergehen zuzuschauen erst recht!

Ich habe außerdem beschlossen, mein Zimmer umzugestalten und dafür war ich heute schon in der Stadt unterwegs, um neue Stoffe, Bettbezüge und Blumen zu kaufen... In den nächsten Tagen wir da bestimmt noch einiges an Dekoration dazukommen, aber im Moment habe ich gar keine Zeit dafür - wie gesagt, es passiert so viel gleichzeitig.

Alles Liebe und bis bald
Dorit

Free Acro Souls Porto

In Jena habe ich die ersten Erfahrungen mit Acro Yoga gemacht - besonders in den letzten beiden Monaten in Jena haben ein Kumpel und ich viel ausprobiert und fasziniert bemerkt, was alles möglich wird, wenn ein Yogi auf dem Boden liegt und ein anderer auf ihm "herumturnt". Und dann hatte ich eine unglaublich schöne Handstand-Stunde im Allgäu, die mich immer noch in verschiedenen Yogastunden begleitet.

Heute also durfte ich all das Wissen aus den letzten Monaten bei einem Yoga Event in Porto zusammenbringen. Ich hatte zwar davor echt viele Zwiebeln gegessen - das macht man halt so, wenn man portugiesischen Salat isst, aber die Leute mochten mich trotzdem irgendwie. Evan, ein ewiger Weltenbummler, der auch letztens in Deutschland bei eben der Yogalehrerin, bei der ich die Handstand-Stunde hatte, gecampt hat, gestaltete den Abend mit sehr viel Liebe, Feingefühl und extrem viel Wissen.

Da waren also verschiedene Yogis aus Porto, aus Deutschland, England, den USA und sogar ein Hund war zu Gast und hat mit uns zusammen "Yoga" gemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel der menschliche Körper zulässt, wenn man seine Angst einmal überwunden hat...

Ich habe total viel Lust, diesen Sport weiterzumachen.

Ach, und außerdem habe ich heute frische Bettwäsche gekauft - ich hatte noch kein Bettlacken und war in einem Stoffladen, in dem ich sehr nett empfangen wurde und in dem ich mir einen portugiesichen Stoff ausgesucht habe, der nun auf meinem Bett liegt.

Und ich habe 3h mit meinen lieben Mitbewohnerinnen aus Deutschland telefoniert - solche wunderbaren Menschen.

Und die Techno Party, zu der ich gestern eigentlich mitwollte (um 3 Uhr am Morgen waren die Leute immer noch nicht bereit dazu, in den Club zu gehen - so lange halte ich einfach nicht durch und musste den Abend abbrechen) ist leider nicht so gut ausgegangen. Es gab wohl einen kleinen Machtkampf zwischen den Securitys und den Hausbewohnern.

Wie konnte ich das vergessen: Das Essen! War heute wieder wundervoll - mein Kommilitone, der momentan noch in meinem Zimmer wohnt, hat mir Suppe und veganen Kuchen mitgebracht. Ein super Essen nach 3h Yoga :)

So jetzt muss ich schlafen - ich muss morgen schon um 7 Uhr das Haus verlassen, um zur Uni zu fahren.

Amore, Liebe und Kisses
Dorit

Breiner House

Ich bin offiziell mehr ein Individualsportler als ein Teamplayer - wir hatten heute das erste Mal auf dem Stadion Leichtathletik und es hat super viel Spaß gemacht. Ich hatte ein ganz cooles Gespräch mit meinem Kommilitonen, der Volleyball spielt und überhaupt nicht daran interessiert ist, "sich selbst als Sportler zu optimieren" (seine Sichtweise auf Individualsport). Ich hingegen sehe darin irgendwie den sportlichen Ehrgeiz und Sinn vom Sporttreiben.
Unsere Kommilitonen sind alle wesentlich jünger als wir und stehen dann mit ihrem jugendlichen Ehrgeiz und rasierten Beinen auf der Laufbahn und versuchen die Mädels zu beeindrucken. Manchmal habe ich das Gefühl, anstatt mit ihnen zusammen Sport zu machen, müsste ich sie eigentlich schon anleiten.

Nach den zwei Stunden Sport sind wir in die Mensa gehuscht und haben neben mit Harry Potter Umhängen ausgestatteten Kommilitonen unseren Berg Nudel verdrückt. Und dann ging es mit unseren 4 Koffern und einem Fahrrad einmal quer durch Porto in das neue Haus, in dem ich heute eingezogen bin. Mein Kommilitone schläft hier für 2 Nächte, bis er in seine Unterkunft ziehen kann. Auf dem Flur standen neben einem Surfbrett, was mein Vormieter dagelassen hat, noch 2 Matratzen und mein Zimmer ist groß genug für 2 Personen + 2 Matrazen. Haha, in den nächsten Tagen muss ich mir noch von irgendwoher ien Bettlacken holen, bis jetzt schlafe ich noch auf meinem Schlafsack. Das Zimmer ist schön - an der Wand hängt ein riesiges indisches Lacken, es riecht nach Räucherstäbchen, ich habe ausklappbare Fensterläden und eine sehr hohe Decke mit Fries. Heute Abend ist eine große Techno Party im Stadtzentrum und die Hausmitbewohner sind bekannt dafür, dass sie viel feiern gehen. Das wird noch ein Spaß!

Ach, mein Abendessen war übrigens ein Traum heute Abend! Ich habe mich in ein portugiesisches Restaurant getraut und dort Suppe, Salat und Brötchen sowie 2 Kaffee für unglaubliche 4 Euro bekommen und es hat einfach himmlisch geschmeckt! Danach habe ich mir ein Rennrad angelächelt, das ein sehr individueller und unglaublich lieber Fahrradmonteur gerade zusammengebaut hat. Eine super Variante, um schnell in die Uni oder zum Strand zu düsen. Oder vielleicht auch, um damit zurück nach Dtl. zu fahren?! Wir werden sehen.

So, jetzt gehe ich wieder zurück in die Küche, in der gerade Leute aus 9 Ländern zusammensitzen und Trinkspiele spielen. Auch cool: Zur Küche gibt es einen extra Eingang. Mega cool, um dort vom Einkaufen direkt zu versacken!

Boa noite!
Dorit

Straand und Uni

Ich hatte meinen ersten richtig schönen Moment in Porto.
Ich habe gerade die Leute kennengelernt, mit denen ich im nächsten halben Jahr in einem Haus zusammenleben werde und es fühlt sich jetzt schon an wie eine riesige große Familie. Ich habe zufällig genau das Zimmer von Nils, einem Studenten aus Jena, der im Wintersemester in Porto war, gebucht. Da er leider morgen schon nach Hause fährt und ich danach in seinem Zimmer wohne, haben sich heute ein paar Leute am Strand getroffen, entspannt ein bisschen was getrunken und das letzte Mal den Strand genossen. Die Wellen waren riesig, der Himmel atemberaubend schön, die Leute aufgeschlossen und soo lebensfroh. Und das saßen wir da - vor uns das aufbrausende Meer, Möwen am Himmel, gute Musik neben uns und haben einfach nur - jeder auf seine Art - genossen, dass wir da waren. Und dann hat eine das Abendessen für alle bestellt. Und dann hat sich Nils das Surfbrett unter die Achsel geklemmt und alle sind durch einen Park und entlang von langen Straßen in die Stadt reingeschlendert. Oranger Sonnenuntergangs-Himmel über uns. Das Rauschen des Meeres und der Wind hinter uns. Und es war so leicht, nichts zu sagen und einfach nur zu genießen.

Ach, und ich hatte den ersten Tag in der Uni. Es war grauenvoll und cool zugleich. Grauenvoll, weil alles auf Portugiesisch ist und sich niemand die Mühe macht, es zu übersetzen. Grauenvoll auch, weil ich Ballsportarten wohl nie etwas abgewinnen werden kann. Cool, weil ich es in Deutschland wesentlich schwerer hätte. Die Leistung, die ich in Porto erbringen muss, ist ... dem Prüfer zu zeigen, dass ich im Prinzip dazu in der Lage wäre, das Spiel zu spielen. Keine technischen Prüfungen, keine wirklich schweren Prüfungen. Und eigentlich lernt man über den Sport auch immer ganz nette Leute kennen - es haben viele einfach die Initiative ergriffen und das übersetzt, was der Coach vorn gebrabbelt hat.

Erste Tage

Es regnet und regnet in Porto. Und es ist kein Regen, der nach 30 Minuten wieder aufhört - dieser feine Sprühregen setzt meistens gegen Nachmittag ein und dauert bis in die späten Abendstunden.

Ich bin mittlerweile einmal per Fuß durch die ganze Stadt gelaufen und habe viele Dinge bewundert - die Orangenbäume, die im Februar ihre Früchte tragen, die Hausfassaden, die mit den bunten Fließen das Bild der Stadt prägen und die alten, geschichtsträchtigen Gebäude, die so oft gegenüber oder neben neu gebauten Einkaufsläden stehen!

Vor allem genieße ich das Essen - allein mit einem starken portugiesischen Kaffee in den Tag zu starten und danach hellwach durch die verwinkelten Gassen zu laufen, ist ein unglaublich schönes Gefühl. Aber auch die saftigen Orangen in kleinen Eck-Läden, vegane Pasteis de Nata und diese Ooooliven! Es ist beflügeln, wie gut Essen schmecken kann...

Heute habe ich das wohl schönste, verwinkelte Cafe Portos entdeckt - ich war auf dem Weg zu meiner neuen Unterkunft (in die ich übermorgen ziehe) und bin auf dem Weg an diesem kleinen, zweistöckigen Cafe vorbeigekommen. Ich weiß jetzt schon, dass ich dort den Großteil meines Porto Aufenthalts verbringen werde ...

Mit den ganzen Erasmus Leuten werde ich wohl eher weniger Zeit verbringen - ich habe echt keine Lust auf diese oberflächlichen, eintönigen Gespräche, die man zwangsläufig führen muss, wenn man sich gegenübersitzt und auf Druck ein Gesprächsthema sucht ... Ich habe eher Lust auf bedeutsame Freundschaften, auf Momente, die man allein verbringt - in denen man nachdenken kann, die die Gedanken ordnen und in denen man tatsächlich genießen kann, was man gerade macht!
Puh! Ich bin echt aus diesem ganzen Teenie-Kennlern-Schmink-Smaltalk-Kram rausgewachsen!

 

Bis die Tage,
Dorit

Ankommen

Was für ein Abenteuer!
Gerade eben habe ich noch meine Tage damit verbracht, auf die Betonwände der Bibliothek zu starren und mir didaktische Konzepte einzuprägen, die irgendein Autor im letzten Jahrhundert aufgeschrieben hat...
Und jetzt sitze ich schon in einem flauschigen Bett inmitten von Porto mit einer überdimensional großen Paprika auf dem Schoß und einem Glas Oliven in der Hand. Ich weiß auch nicht warum, aber egal, wann ich in Portugal oder Spanien bin, muss ich grüne Oliven essen. Normalerweise mit einem Glas Rotwein, aber ich habe es mir zum festen Vorsatz gemacht, wenigstens am ersten Tag darauf zu verzichten :)
Aber nun erstmal dazu, wie ich überhaupt in dieses flauschige Bett gekommen bin.
Tja, ich wurde abgeholt! Direkt vom Flughafen! Mit einem BMW! Und von einem Mann, der mit seinem geballten Wissen genauso gut hätte Stadtführer werden können! Haha, das ist alles so anders als damals in Indien, als ich 3h vollkommen desillusioniert am Flughafen saß und nicht wusste, wie ich in dieser Stadt überleben soll. Und JETZT?! Holen mich MittSechziger vom Flughafen im teuren BMW ab, fahren mich bis vor die Haustür und zeigen mir davor die ganze Stadt bei Nacht. Das Leben spielt schon komische Spiele!
Um ehrlich zu sein, hat er das auch nur getan, weil mein eigentliches Zimmer in dem Studentenwohnheim, in das ich in 4 Tagen ziehen werde, doppelt belegt war und ich bis gerade eigentlich nicht wusste, wo ich schlafen soll - ABER TROTZDEM! Seine Art sich zu entschuldigen war total süß! Ich hab ihn gleich gefragt, ob er alle Studenten aus dem Studentenwohnheim vom Flughafen abgeholt hat :D
Ja, wie gesagt, sehr entspannter Flug (komplett durchgeschlafen), sehr entspannte Tour durch Portos Innenstadt und ein super entspannter Hausherr, der neben dem Studentenwohnheim noch 2 andere Wohnungen in Porto besitzt (in der einen Wohnung schlafe ich jetzt für 4 Nächte). Er hat mir sogar schon angeboten, bei sich zuhause zu schlafen, falls alles andere schief geht.
Hahahah, ach und kennt ihr das?! Portugal und Schimmel gehören irgendwie zusammen, oder? Das war schon damals auf dem Jakobsweg so und eigentlich auch jedes Mal, wenn ich in Spanien war :D Irgendwie ist das doch auch irgendwie ein Zeichen für Entspanntheit :)
Ach, und während ich das gerade alles schreibe, kommen von unten immer wieder Jubelschreie nach oben - heute ist Fußball- (Bayern München gegen Dortmund Feeling) und die Wohnung liegt direkt über einem prall gefüllten Restaurant.

Jedenfalls gehen wir gleich noch zu einem Festival im Teatro Rivoli - da ist heute ein Jazz Festival und danach legt ein DJ auf.

Ich meld mich!
Bisous,
Dorit

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.